Nadja Bungard Mond PR

8. Januar 2016

Nadja Bundgard von Mondpropaganda im Interview

Nadja Bungard ist mit Ihrem Unternehmen mondpropaganda in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unterwegs – digital, aber auch analog. Außerdem organisiert Nadja Bungard seit mehreren Jahren die Mediensprechstunde, bei der es einmal pro Monat Fachvorträge und interdisziplinären Austausch gibt. Als wäre das nicht genug, biete sie zusätzlich noch Unternehmensberatungen für Gründer an – mit dem Unternehmen startbox.

Wir haben die Mehrfach-Unternehmerin getroffen und ihr ein paar Fragen gestellt. Viel Spaß!

Ocular Online: Kannst Du Dich und Dein Unternehmen mondpropaganda kurz vorstellen?

Nadja Bungard: Ja, gern! Mit mondpropaganda biete ich PR, also Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an. Die Branche ist wie so viele durch die Digitalisierung gerade im Umbruch. Das ist spannend! Ich begleite meine Kunden dabei, auch hier zu bestehen, damit sie in der Öffentlichkeit sichtbar sind und ihre Themen setzen. Im Moment berate ich vor allem Kunden aus den Bereichen Karriere und Weiterbildung. Weitere Bereiche, mit denen ich mich beschäftige, sind der demografische Wandel und zeithistorische Themen sowie Gründung und Nachfolge. Letzteres bearbeite ich – inzwischen wieder allein – als startbox Unternehmensberatung.

Bei dem Namen mondprogaganda ernte ich immer wieder fragende Blicke

Letztlich ist es ein Spiel mit Worten, das sich gut einprägt: Darin steckt Mundpropaganda, die Empfehlung, die gut und wichtig ist, und der Mond. Der klingt eher nach Gute-Nacht-Geschichten und hat doch etwas Faszinierendes: so fern und doch so nah. In meinem Blog gibt es deshalb die Kunstfigur mrs.mo, die diese beiden Aspekte des Mondes etwas auffangen soll. In ihrer Meckerecke kann sie Geschichten erzählen, oder Dinge aufspießen,die ihr quer im Magen liegen.

Ocular Online: Was ist für Dich als PR-lerin der größte Unterschied im Anbahnen von Geschäftsbeziehungen online und offline?

Nadja Bungard: Oh, gute Frage! Ich bin eine begeisterte Netzwerkerin, sowohl offline als auch online. Interessant war für mich, dass ich schon viele gute Kontakte online gefunden habe, denn das funktioniert da sehr viel zielgerichteter weil interessengeleitet. Offline hat das nie so geklappt, genau die richtigen Leute zu treffen, die gerade perfekt passten.

Richtig dauerhaft wird so eine Online-Begegnung erst mit dem persönlichen Kontakt

Deshalb lege ich auch viel Wert auf offline-Treffen.

Ocular Online: Was rätst Du Deinen Kunden, wo sie im Netz mit PR am besten punkten können?

Nadja Bungard: Dafür gibt es leider kein allgemein gültiges Rezept. Die Kunden müssen sich schon selbst auf den Weg machen und herausfinden, wo sie ihre Zielgruppen erreichen. Wichtig ist es vorher zu definieren, wer erreicht werden soll und was für diese Leute interessant ist. Reiner Aktionismus bringt gar nichts. Wenn man Online-PR nutzen möchte, muss man sich vorher seine Ziele überlegen und eine Strategie zurechtlegen. Genau dabei kann ich ihnen helfen.

Ocular Online: Hast Du auch Kunden, die zwar Online mitbedienen möchten, aber sich nicht „beheimatet“ fühlen im Internet und das deswegen am liebsten aus der Hand geben möchten? Kann man Deiner Meinung nach Online PR betreiben, wenn man nicht primär Online unterwegs ist?

Nadja Bungard: Ja, diese Kunden gibt es. Man kann Online-PR bedingt aus der Hand geben, beispielsweise, wenn die Kunden Online-Presseportale bedienen wollen oder ein Themenmonitoring wünschen. Wenn es darum geht ein eigenes Blog zu schreiben oder Social-Media-Accounts zu pflegen ist es mir lieber, wenn ich ihnen initial helfe und sie dann allein weitermachen können. Denn einerseits stecke ich nicht so in den täglichen Abläufen wie sie und andererseits schreibe ich auf meine Art, was aber nicht authentisch ist und damit nicht die Art des Kunden widerspiegelt. Letztlich ist er ja für seine Kunden im Netz aktiv und sie sollen ihn so kennen lernen wie er ist.

Die Mediensprechstunde ist eine monatliche Netzwerkveranstaltung in Berlin

Ocular Online: Du hast noch ein weiteres Projekt – die Mediensprechstunde – was ist das Konzept und wer kann daran teilnehmen und davon profitieren?

Bungard / Rochlitz, Foto: Jean Molitor

Bungard / Rochlitz, Foto: Andreas Winter

Nadja Bungard: Die Mediensprechstunde ist eine monatliche Netzwerkveranstaltung in Berlin zu digitalen Themen, an der jeder kostenfrei teilnehmen kann. Es ist ein Thema vorgegeben, über das jemand redet, der sich damit auskennt. Wir treffen uns jeden dritten Dienstag eines Monats ab 18 Uhr an verschiedenen Orten in der Stadt. Im Januar 2016 geht es beispielsweise um Fotos für das Internet, im Februar um E-Mail-Marketing usw. Dahinter steht ein Netzwerk an Dienstleistern, die sich mit digitalen Themen auskennen und immer versuchen dabei zu sein.

An diesen Abenden kann man ins Gespräch kommen und sein Netzwerk erweitern

Die Idee zu der Veranstaltung hatte ich vor sechs Jahren mit meiner Geschäftspartnerin Andrea Rochlitz, die Grafikerin ist. Dabei war noch ein Informatiker. Wir haben gemeinsam Website-Projekte betreut und immer wieder die gleichen Fragen gestellt bekommen, aber jeder von uns einzeln. Und wir konnten sie aber nur zusammen zufriedenstellend beantworten. Deshalb hatten wir die Idee: Setzen wir uns doch alle an einen Tisch und laden die Leute ein, uns ihre Fragen zu stellen. Daraus hat sich das jetzige Format entwickelt, das wir gerade wieder weiter entwickeln, da einige Netzwerkpartner aus verschiedenen Gründen nicht mehr regelmäßig dabei sein können.

Ocular Online: Gibt es Blogs, Gruppen oder Foren, die Du uns Online-PR-Intressierten gern empfehlen möchtest?

Nadja Bungard: Ja, da kann ich gern ein paar Tipps geben! Ich informiere mich ja sehr gern über meine Timeline bei Twitter. Da bin ich immer schnell up-to-date, auch zu den neuesten Blogbeiträgen der Kollegen. Folgende Accounts sind für mich immer wieder besonders hilfreich:

  • Dominik Ruisinger @Dominik_R (im Blog: Gedankenspiele)
  • Annette Schwindt @schwindtpr
  • Marie-Christine Schindler @mcschindler
  • Christian Hennerfehr @kulturmanager
  • Klaus Eck @klauseck
  • medienrot (Landau-Media-Journal) @medienrot (hier auch der Newsletter)
  • Eva Ihnenfeldt @steadynews
  • Karsten Fernkorn @eRecht24 (hier auch der Newsletter)

Diese Liste ließe sich noch eine Weile fortsetzen, aber man soll ja auch mal einen Punkt machen.

Ocular Online: Und einen letzten Tipp für den Start mit Online-PR?

Nadja Bungard: Wie schon oben beschrieben, ist es wichtig, sich erst einmal zu überlegen, was man erreichen möchte und für welche Maßnahmen es Ressourcen gibt. Online PR reicht ja von Texten und Content für die eigene Website über den Newsletter bis hin zu Aktivitäten in sozialen Netzwerken. Entscheidet man sich für letztere, sollte man erst einmal eine Weile zuhören und ein Gefühl für das Netzwerk entwickeln, bevor man selbst loslegt. Denn hier geht es um Gespräche und nicht so sehr darum, nur die eigenen Inhalte zu verteilen.

Vielen Dank für das Interview!

Titel-Foto: Andreas Winter


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